Elektronische Einspritzung – Honda RVF400
Die Honda RVF400 NC35 wurde für den Rennstreckeneinsatz auf vollsequenzielle elektronische Einspritzung und elektronische Zündungssteuerung umgebaut. Diese Seite dokumentiert den aktuellen Stand und die Entwicklung des Projekts.
Jenvey-Drosselklappenkörper
Die serienmäßigen Vergaser wurden durch vier speziell angefertigte Drosselklappenkörper von Jenvey Dynamics aus England ersetzt. Ihr Durchmesser beträgt jeweils 34 mm; die Ansaugtrichter sind 20 mm lang.

Die Drosselklappenkörper und Kraftstoffverteilerrohre im Detail:


Motorsteuerung und Kraftstoffversorgung
| Bauteil | Ausführung |
|---|---|
| Motorsteuergerät | MoTeC M800; das Umbaukonzept lässt sich auch mit M400, M880 oder M130 umsetzen |
| Kraftstoffpumpe | Honda CBR600RR PC40, in den RVF400-Tank eingebaut |
| Aktueller Kraftstoffdruck | 3,7 bar |
| Aktuelle Einspritzdüsen | Yamaha YZF-R6 |
| Frühere Einspritzdüsen | Honda CBR600RR PC40 |
Die Yamaha-R6-Einspritzdüsen sind etwas länger als die zuvor verwendeten PC40-Düsen und ragen dadurch weiter in die Jenvey-Drosselklappenkörper hinein.
Vollsequenzielle Einspritzung und Sensorik
Die RVF400 verwendet den originalen Kurbelwellensensor und ein umgearbeitetes Impulsgeberrad. Ein zusätzlicher Nockenwellensensor ermöglicht die Phasenerkennung für die vollsequenzielle Einspritzung. Hinzu kommen ein Drosselklappenpositionssensor (TPS), ein Airbox-Drucksensor und zwei Saugrohrdrucksensoren direkt unterhalb der Drosselklappen.
| Drucksensor | Erfassung |
|---|---|
| Saugrohrdruck 1 | Zylinder 1 und 3 |
| Saugrohrdruck 2 | Zylinder 2 und 4 |
| Airbox-Druck | Airbox-Drucksignal für die Kraftstoffberechnung |
Zündanlage
Anfangs wurden die originalen Honda-Zündspulen mit einer Bosch-Zündeinheit betrieben. Heute sind Stick Coils der Honda CBR600RR PC40 verbaut. Sie passen mechanisch ohne Anpassung in die Zündkerzenschächte der RVF400. Das MoTeC M800 übernimmt Einspritzung und Zündung; die Zündspulen werden über ein MoTeC IGN4 angesteuert.
Zylinderindividuelle Lambdaüberwachung
Die Lambdaüberwachung wurde schrittweise ausgebaut: zunächst eine Bosch LSU 4.9 am Ende der Auspuffanlage, dann je eine Sonde für die Zylindergruppen 1/3 und 2/4 und schließlich eine Breitband-Lambdasonde pro Zylinder. Aktuell werden vier Bosch LSU 4.9 über zwei MoTeC LTC-D ausgewertet und die Daten per CAN an das M800 übertragen.
Eigenentwickelte Carbon-Airbox und Ram-Air
Die Airbox wurde gemeinsam mit einem Freund entwickelt und zunächst in GFK laminiert. Anschließend wurde die Konstruktion in Carbon nachgebaut. Die Luftführung orientiert sich an der Honda RC45: Luft strömt durch die Frontverkleidung und über zwei Schnorchel oberhalb des Tanks zur Airbox. Die Airbox ist nicht vollständig abgedichtet; ihr Druck wird separat erfasst und bei der Kraftstoffberechnung berücksichtigt.